Michael Toenges

Michael Toenges ist ganz und gar Maler. Auf den ersten Blick schafft er bunte Kompositionen. Das klingt beliebig und genau das macht es so schwer. „Jetzt mache ich das seit über dreißig Jahren, und ich weiß immer noch nicht, wann ein Bild funktioniert und wann nicht“, sagt er. Er kämpft mit jedem Bild über Monate, nimmt Schichten ab, fügt andere hinzu, bis ein Bild „stimmt“. Das Problem bei seiner Malerei: das Fallen in Muster und Konventionen von „Abstraktion“. Er kämpft dagegen beispielsweise, indem er kunsthistorische Bildbände studiert und dann in den Abbildungen nur die Farben auf Pauspapier überträgt, um andere Farbnachbarschaften zu trainieren. Es geht darum, die Sinne zu schärfen. Die kleinen Studien sind eigentlich nur für ihn bestimmt. Er nennt sie „Meine Archiv- Übermalungen“.

Michael Toenges, meine Archiv - Übermalungen nach der Kunstgeschichte - Farbstudie nach Frau Angelico, ca. 1989,
Michael Toenges, meine Archiv – Übermalungen nach der Kunstgeschichte – Farbstudie nach Frau Angelico, ca. 1989,